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Pride Week 2019: „Das Grundgesetz muss im 21. Jahrhundert ankommen“

Bürgerschaftsabgeordnete von SPD und Grünen haben am Mittwoch gemeinsam mit Senatsmitgliedern die Regenbogenfahne auf dem Rathausbalkon gehisst. Wie jedes Jahr steht die Flagge für ein tolerantes und weltoffenes Hamburg. Sie ist ein Zeichen für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt, gegen Ausgrenzung und Diskriminierung. In diesem Jahr liegt der Stonewall-Aufstand in New York bereits 50 Jahre zurück. Mit der Pride Week, der Hamburg-Pride Parade und dem Christopher Street Day-Straßenfest gedenkt Hamburg jährlich der Unruhen und macht sich für die Rechte von LSBTI (Lesben, Schwule, Bi, Trans- und Intersexuelle) stark. Begleitet wird das Gedenken von einem vielfältigen kulturellen und politischen Angebot. Den Schwerpunkt bildet in diesem Jahr die Forderung nach einer Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes, der Gleichheit vor dem Gesetz garantiert und Diskriminierung untersagt, um die Bereiche sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität.

 

Dazu Annkathrin Kammeyer, Fachsprecherin für die Belange von LSBTI der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Die Forderung, Artikel 3 des Grundgesetzes so anzupassen, dass eine Diskriminierung aufgrund sexueller oder geschlechtlicher Identität ausdrücklich ausgeschlossen ist, findet bei der SPD volle Unterstützung. Das Grundgesetz muss im 21. Jahrhundert ankommen. Eine Anpassung von Artikel 3 ist ein wichtiges Zeichen. Eine fortschrittliche Reform des Transsexuellengesetzes, das Verbot von Konversionstherapien, die Reform des Abstammungsrechts und kontinuierliche Aufklärung an Schulen sind weitere zentrale Themen. All das zeigt: Auch nach der Ehe für alle bleibt viel zu tun. Heute ist es wichtiger denn je, für eine vielfältige Gesellschaft zu streiten. Der CSD gibt uns jedes Jahr aufs Neue die Möglichkeit, Vielfalt zu feiern. Gleichzeitig erinnert er uns aber auch daran, dass viele Aufgaben erst noch vor uns liegen. 2017 haben wir mit der Ehe für alle einen wichtigen Meilenstein erzielt. Seit 2019 ist der offizielle Geschlechtseintrag ‚divers‘ Teil des Personenstandsrechts. Diese Erfolge, für die die SPD hart gestritten hat, motivieren uns, den Einsatz um die Akzeptanz geschlechtlicher und sexueller Vielfalt in unserer Gesellschaft konsequent fortzuführen. Auch dieses Jahr gilt unser Dank den vielen Aktivistinnen und Aktivisten, an deren Seite wir für eine vielfältige Gesellschaft streiten.“