Raus aus der Gewaltspirale, rein in die eigenen vier Wände – Projekt VIVIENDA erfolgreich

Viele Frauen bleiben länger in den Hamburger Frauenhäusern wohnen, als der reine Schutzbedarf eigentlich erfordert. Der Hauptgrund: Sie finden nur schwer eine eigene Wohnung. Darum gibt es in Hamburg seit 2014 das Projekt „VIVIENDA – Wohnung für Frauen“, für das sich die Fraktionen von SPD und Grünen eingesetzt haben. Wie eine Schriftliche Kleine Anfrage nun zeigt, ist VIVIENDA ein Erfolg: 48 Frauen und ihre Kinder konnten in Wohnungen vermittelt werden, bisher wurde kein einziges Mietverhältnis beendet und es musste bisher auch in keinem Fall eine Sicherungsleistung gezahlt werden.

 

Dazu Annkathrin Kammeyer, Opferschutz-Expertin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Frauen, die Schutz im Frauenhaus suchen, müssen möglichst schnell neue Perspektiven für sich entwickeln. Dies verbessert ihre Chancen, aus gewaltbelasteten Strukturen heraus zu kommen. Eine eigene Wohnung für sich und ihre Kinder ist dafür Grundvoraussetzung. Ich freue mich, dass das Projekt VIVIENDA die Frauenhausbewohnerinnen so erfolgreich bei der Wohnungssuche unterstützt. Die Entscheidung des Senats, die Projektlaufzeit von VIVIENDA zu verlängern, war darum genau der richtige Schritt.“

 

Dazu Mareike Engels, frauen- und sozialpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Bewohnerinnen von Frauenhäusern leben häufig von staatlichen Leistungen, sind alleinerziehend und haben oft einen Migrationshintergrund. All das macht es für sie nicht leichter, eine Wohnung in Hamburg zu finden. Das Projekt VIVIENDA zeigt, dass die vermittelten Frauen trotz aller Vorbehalte keine problematischen Mieterinnen sind. Das ist eine wichtige Botschaft an die Hamburger Wohnungswirtschaft. Allerdings steigt auch die Auslastung der Frauenhäuser an, unter anderem weil rund 20 Prozent der Plätze von geflüchteten Frauen in Anspruch genommen werden. Diese Entwicklung behalten wir genau im Blick, so dass wir bei Bedarf nachsteuern können. Das haben wir auch im Koalitionsvertrag vereinbart.“